Begegnungen auf der Burg

Am Morgen treffe ich zunächst einen Mann um die 60. Er erzählt düstere Geschichten von Jägern, die freilaufende Hunde erschießen, von einer Grippe-Spritze, die ihn für fast zwei Jahre gelähmt hätte und heute als AIDS-Spritze verkauft würde. Erst als er von 7000 Asylbewerbern berichtet, die in Gießen in einer ehemaligen Kaserne leben sollen, zweifel ich endgültig an seiner Glaubwürdigkeit. Einer von ihnen soll nämlich von der Stadt ein E-bike bekommen haben, mit dem er seitdem zu seinem neuen BMW radelt. Noch Fragen? Ein Begegnung ganz anderer Art hatte ich wenige Stunden später:

Experte aus Leidenschaft: Ernst Happel

Auf dem Schlossgelände von Ulrichstein lerne ich einen 80 Jahre alten Mann kennen, der sich kenntnisreich um den Kräutergarten kümmert. Ein sehr sympathischer Mensch. Ich habe ihn gleich interviewt. Das Video dazu erscheint in Kürze hier auf dieser Seite.

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Ernst Happel sammelt Pflanzen und ihre Samen hier im Vogelsberkreis und zieht daraus die Pflanzen, die in dem Garten zu sehen sind. Auch mir war schon aufgefallen, dass es hier in der Gegend überall in allen Farben blüht. Das liegt offenbar an dem vulkanischen Ursprung. Happel weiß viel über Pflanzen, Schmetterlinge und die Geschichte des Schlosses, das eigentlich eine Burg war.

Mein Interviewpartner hat ein seelenruhige Ausstrahlung. Er ist mit der Natur groß geworden, sagt er von sich selbst. Groß geworden ist er in einem Försterhaus. Das fundierte Wissen sprudelt nur so aus ihm heraus. Ein unerschöpflicher Wissens-Schatz aus Leidenschaft, nicht aus akademischem Interesse.

Oben auf der Burg lerne ich auch noch Richard kennen. Der 46-Jährige betreibt nur wenige Kilometer entfernt einen Naturbauernhof mit alten Nutztierrassen. Aber zu all dem später. Jetzt mache ich eine Radtour auf dem Vulkan. Übrigens: Das mobile Netz ist hier überwiegend sehr schmalbrüstig. Deshalb verschwinde ich immer wieder im düsteren Funkloch …