Unterwegs mit dem Windnomaden

¨ Unterwegs mit dem Windnomaden¨ ist ein geführter Spaziergang der besonderen Art: eine völlig neue Art, sich auf unvoreingenommene Weise eine Region zu erschließen: ein Geländespiel der Achtsamkeit, wie eine Pilgerreise, die aber auch eine Forschungs- und Entdeckungsreise ist.

Wir folgen nur dem Wind

Seit vielen Jahren erkunde ich als Filmemacher und Reisejournalist mit dieser selbst entworfenen Methode die ¨Wunder¨ der Welt: Mit Hilfe eines Windmessgerätes und Seifenblasen ermittle ich auf meinen Windreisen das Reiseziel. Nicht ich oder eine Redaktion entscheidet also, wo es hingeht, sondern einzig und allein der Wind.

Spaziergänge mit dem Wind

Nun möchte ich meine Erfahrungen mit dieser sehr speziellen Art des Reisens nicht nur auf der Kinoleinwand oder im Internet erfahrbar machen, sondern ganz konkret hier und jetzt im ¨richtigen Leben¨. Deshalb biete ich gemeinsame ¨Reisen mit dem Wind¨ im ¨Mini-Format¨ an. Dabei geht es nicht hunderte Kilometer übers ganze Land, sondern auf Spaziergängen durch einen Wald, eine Stadt oder einen Park.

Abenteuer Achtsamkeit

¨Unterwegs mit dem Windnomaden¨ ist keine Wanderführung im herkömmlichen Sinn. Hier geht es nicht um Wissensvermittlung aus Naturkunde oder Geschichte der Region, sondern darum, bewusste Erfahrungen zu machen in der Begegnung mit einem Ort, von dem niemand der Teilnehmer – auch ich nicht – im Vorfeld weiß, wo es hingeht. Eine Tour ins ungewisse Abenteuer, die Freude macht und zugleich eine Ahnung davon vermittelt, welche unbegrenzten Möglichkeiten und Freiheiten des Geistes und der eigenen Wahrnehmungen sich ergeben können.

Anregungen ohne Zwang

Während so einer gemeinsamen Windtour erläutere ich, worauf es mir beim Reisen mit dem Wind ankommt, welche Erfahrungen ich dabei gemacht habe. Zudem gebe ich konkrete Anregungen, die es den Teilnehmenden ermöglichen sollen, den Reiz des Windreisens nachempfinden zu können: sich leicht zu machen, loszulassen, zu staunen, um sich schließlich mit dem Bestimmungsort zu verbinden. Dabei steht es jedem frei, seiner eigenen Neigung zu folgen oder eigene Methoden auszuprobieren.

Ablauf:

Nach einer kurzen Einleitung ermittle ich am Startpunkt mit meiner Ausrüstung für die Gruppe ein gemeinsames Bestimmungsgebiet. Die Entfernung ergibt sich durch die aktuelle Windgeschwindigkeit. Dabei lege ich einen bestimmten Messfaktor zu Grunde, der es uns ermöglicht, unser Ziel im Spaziertempo innerhalb angemessener Zeit zu erreichen. Das variiert aus Erfahrung zwischen 5 und 20 Minuten.

 

Zum Auftakt erläutere ich kurz, worauf es mir als Windnomade ankommt, welchen Reiz diese spezielle Form des Unterwegsseins ausmacht. Gemeinsam ermittle ich dann für die Teilnehmergruppe das aktuelle Bestimmungsgebiet. In einem etwa 20-minütigen Spaziergang geht es gemeinsam dorthin, um mal zu schauen, welchen Ort sich der Wind hier und jetzt für die Gruppe ausgesucht hat. Von dort geht es dann weiter mit dem Wind in das nächste Bestimmungsgebiet und so fort.

 

Mit kurzen Lesungen aus meinem Audio-Book “Reisen als Windnomade” gebe ich Hinweise und Anregungen, welche Methoden ich selbst schon auf dem Weg in das Bestimmungsgebiet anwende, um den Körper zu lockern und den Geist und die Sinne zu öffnen.

 

Dann am Ziel …

Mit kurzen Lesungen aus meinem Audio-Book “Reisen als Windnomade” gebe ich Hinweise und Anregungen, mit welchen Methoden ich mich selbst für Gewöhnlich des Ortes annehme. Es ist eine einfache Form der Meditation angelehnt an die Tradition des aus Japan stammenden Waldbadens (Shinrin Yoku). So wie es hierbei darum geht, in die Athmosphäre des Waldes einzutauchen, versuche ich, in die Athmosphäre des Bestimmungsortes einzutauchen, ihn mit allen Sinnen zu erfahren. Nicht jede Windtour führt aber durch den Wald. Ïch spreche deshalb manchmal vom Weltbaden, statt Waldbaden.

 

Allem in meinem Bestimmungsgebiet begegne ich mit Methoden der Achtsamkeit: Mit dem Geist des Anfängers setze ich meine Sinne ein, ohne das, was mir begegnet, zu bewerten. Ich bemühe mich, dem Ort und seinen Bewohnern – Pflanzen, Tiere, Menschen – so nahe zu kommen, wie es mir möglich ist, möchte ihnen gerecht werden, ihnen wirklich begegnen.

 

Weil wir bei dieser Wind-Tour im Mini-Format eine Ahnung davon kriegen wollen, wie es ist, als echter “Windnomade” unterwegs zu sein, geht es vom ersten Bestimmungsort weiter: Erneut bestimme ich von dort den Kurs in das nächste Bestimmungsgebiet

   

Geeignet ist die Tour “Unterwegs mit dem Windnomaden” für offenherzige, aufgeschlossene Menschen jeden Alters (auch Kinder). Weil wir in der Regel auch schon mal befestigte Wanderwege verlassen, ist eine gewisse Trittfestigkeit erforderlich. Für Menschen mit Gehbehinderungen ist so ein Spaziergang leider nicht geeignet. Die Dauer beträgt in etwa 2 Stunden.

Reisen mit dem Wind – ein erstes Fazit

Wolken

Eine Woche lang bin ich im Sommer 2015 mit dem Wind durch Hessen gereist – am Vogelsberg gestartet und schließlich in Bad Hersfeld gelandet. Es war eine Reise voll neuer Erfahrungen und aufregender Begegnungen. Das Reisen mit weit geöffneten Sinnen im Vertrauen auf den Wind ist eine Erfahrung, die ich von nun an immer wieder neu machen möchte.

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Der Pfaffenwald von Beiershausen

Mitten im Wald finde ich einen Schatz mit einer traurigen Geschichte.

Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet.
Auch dieses Mal habe ich keine Ahnung, was mich erwartet.

Es ist heiß. Sollte mein nächster Schatz tatsächlich direkt an einer Bundesstraße liegen? Doch da entdecke ich ein Hinweisschild: Pfaffenwald. Ich folge dem Hinweis und finde so meinen nächsten Schatz.

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Neue Kursbestimmung

Standort: „Frau Holle Loch“ bei Frischborn

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Uhrzeit: 13.00 Uhr
Windgeschwindigkeit: 30 km/h
Weht in Richtung Nord-Nordost

Mein Schatz befindet sich also 30 Kilometer entfernt von hier in Richtung Nord-Nordost. Die Karte verzeichnet an dieser Stelle … nichts. Lieber Wind, was hast Du Dir dabei jetzt gedacht? Ich steuere zunächst einen Parkplatz an, der sich dort befindet.

Neuer Kurs steht fest

Standort der Kursbestimmung: dicker Stein

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Uhrzeit: 12.30 Uhr
Wind weht in Richtung Nordost mit klarer Osttendenz
Windgeschwindigkeit: 8 km/h

Auf der Karte ist dort ein Wäldchen mit einer Brücke über die Lauter verzeichnet. Da liegt also mein nächster Schatz. Ich bin gespannt und dem Wind sehr dankbar, dass er eine schattige Ecke am Wasser für uns ausgewählt hat.

Begegnungen auf der Burg

Am Morgen treffe ich zunächst einen Mann um die 60. Er erzählt düstere Geschichten von Jägern, die freilaufende Hunde erschießen, von einer Grippe-Spritze, die ihn für fast zwei Jahre gelähmt hätte und heute als AIDS-Spritze verkauft würde. Erst als er von 7000 Asylbewerbern berichtet, die in Gießen in einer ehemaligen Kaserne leben sollen, zweifel ich endgültig an seiner Glaubwürdigkeit. Einer von ihnen soll nämlich von der Stadt ein E-bike bekommen haben, mit dem er seitdem zu seinem neuen BMW radelt. Noch Fragen? Ein Begegnung ganz anderer Art hatte ich wenige Stunden später:

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