Reisen mit dem Wind – ein erstes Fazit

Wolken

Eine Woche lang bin ich im Sommer 2015 mit dem Wind durch Hessen gereist – am Vogelsberg gestartet und schließlich in Bad Hersfeld gelandet. Es war eine Reise voll neuer Erfahrungen und aufregender Begegnungen. Das Reisen mit weit geöffneten Sinnen im Vertrauen auf den Wind ist eine Erfahrung, die ich von nun an immer wieder neu machen möchte.

Die Idee hat funktioniert: Überall habe ich meine persönlichen Schätze gefunden, Kleinode entdeckt, wie die dicken Steine, ulkige Begegnungen gehabt, wie die mit Hermann, der einen Raben herbeirufen kann, in Karten nicht verzeichnete Höhlengänge erkundet, wie das „Frau-Holle-Loch“, abseits gelegene Gedenkstätten aufgesucht, wie den Pfaffenwald und inspirierende Bekanntschaften gemacht, wie die mit Marcel.

So eine Reise als Windnomade ist abwechslungsreich und aufregend: Immer wieder aufs Neue kommt Spannung auf. Nach jeder neuen Kursbestimmung setzt eine freudige, ungerichtete Erwartung ein. Was kommt als nächstes? Wie wird er aussehen oder sich anfühlen, mein nächster Schatz?

Loslassen und sich Hingeben

Es hatte mich überrascht, dass so viele unterschiedliche Menschen von meiner Idee begeistert waren, als Windnomade unterwegs zu sein. Es entspricht offenbar einer menschlichen Sehnsucht, sich einfach mal hinzugeben, loszulassen und ohne selbst auferlegte Zwänge treibenzulassen. Und ich kann sagen, dass es sich sehr gut anfühlt, nach dieser Woche. Es tut aber auch gut, mal wieder zu Hause zu sein. Erst jetzt komme ich richtig dazu, all die Erfahrungen zu sortieren und in Ruhe zu verarbeiten. Als aktiver Windnomade geht das vielleicht erst, wenn es mal windstill ist.

Sorgfalt und Intuition

Meine ersten Erfahrungen als Windnomade fließen mit in die „Spielregeln“ ein.

Je sorgfältiger der Windnomade bei der Kursbestimmung ist, desto einfacher wird es schließlich, den Schatz zu finden. Denn hat der Nomade sein Zielgebiet erreicht, weiß er: Hier irgendwo muss es sein! Bei der Suche nach dem Schatz in dem Zielgebiet nochmal an der Kursbestimmung zweifeln zu müssen, macht die Angelegenheit gegebenenfalls schwierig.

Ist der Schatz gehoben, wird er zu etwas ganz Besonderem, zu etwas Eigenem – denn der Wind hat es so gewollt. Ich hatte in dieser Woche nie das Problem, meine Schätze zu finden. Es war oft eher so, dass gleich mehrere in Frage kamen und ich Schwierigkeiten hatte, mich festzulegen.