Geführter Windspaziergang in Lucklum

 

 

Dieser Windspaziergang auf dem Rittergut in Lucklum beginnt mit einer der größten Herausforderungen für den Windnomaden: Windstille. Und das ausgerechnet bei einer geführten Tour, die schon im Vorfeld auf sehr große Resonanz gestoßen war.

Zu meiner eigenen Überraschung war dieser Windspaziergang schon früh ausgebucht. Aufgeregt und voll freudiger Erwartung trifft dann am Nachmittag eine gutgelaunte bunt gemischte Gruppe von 15 Menschen auf dem Gutshof in Lucklum ein. Glücklicherweise erklärt sich jemand aus der Gruppe schon jetzt auf mein Bitten bereit, uns als „Steuermann“ an das Ziel zu führen, das ich mit meiner Ausrüstung noch immer hoffe, ermitteln zu können. Weil an unserem Treffpunkt, dem markanten Hirsch vor dem Herrenhaus, allenfalls nur ein ganz mildes Lüftchen weht, beschließen wir, in den angrenzten Park auszuweichen, auf der Suche nach Wind.

Eine Gruppe von 20 Menschen verteilt sich auf einer grünen Wiese

Die Gruppe schwärmt aus und begibt sich auf die Suche nach Wind

und tatsächlich: mein Anemometer dreht sich und misst eine Windgeschwindigkeit von 5,34km/h. Für unseren Spaziergang an diesem sonnigen Samstagnachmittag ergibt sich daraus eine Entfernung von 534 Metern. Unser „Steuermann“ übernimmt die Führung. Wir verlassen den Gutshof Richtung Westen und sind alle sehr gespannt, was uns wohl im Bestimmungsgebiet erwartet. Über einen gut befestigen Weg geht es schnurstracks vorbei an Wiesen und Feldern. Dort stoßen wir auf eine viele Meter hohe Holzskultptur am Wegesrand. Achtsam erkunden wir unser Bestimmungsgebiet und hören Gesang. Nur wenige Meter entfernt singt eine Frau mit kräftiger glasklarer Stimme ein Lied in einer fremden Sprache. Es handle sich um ein persisches Freiheits und- Liebeslied erklärt sie uns auf Anfrage und stellt sich auf unser Bitten neben die Holzskulptur, um unser Bestimmungsgebiet mit ihrem zauberhaften Gesang zu bereichern. Alle in der Gruppe sind angetan von diesem ersten Windnomadenschatz. Einer der Teilnehmenden macht eine Tonaufnahme.

Eine Frau mit schwarzem langen Haar steeht vor einer meterhohen Holzskulptur

Noch ganz entzückt von diesem besonderen Moment beschließen wir, unseren heutigen Windspaziergang fortzusetzen. Vor Ort bestimme ich mit meiner Ausrüstung unser nächstes Zielgebiet: Es liegt nur 190 Meter entfernt in der Richtung, aus der wir gekommen waren. Dort laden Steinbänke zu einer gemeinsamen Rast. Ich nutze die Gelegenheit, um der Gruppe zu zeigen, wie ich mich als Windnomade mittels einer einfachen Übung aus dem Hatha Yoga mit dem Ort verbinde und freue mich sehr darüber, dass sich Einige mit daran beteiligen. Anschließend bestimme ich erneut den Kurs: Der Wind zeigt weiter in Richtung Rittergut, wo wir zuvor gestartet waren. Das passt auch zêitlich, zumal wir in der Ankündigung von einer zweistündigen Dauer ausgegangen waren. Glücklich und etwas erschöpft passieren wir dort den Hirsch und treffen uns zu einem gemeinsamen Gesang vor dem Café, das heute bedauerlicherweise geschlossen ist.

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