Die Glückswiese


Heute Mittag radel ich noch mal zu meinem Thron der Stille, um den Kurs für die Weiterreise zu bestimmen. Das Problem: Die Windstärke liegt bei 0.


Also verharre ich in der stillen Hitze. Es ist wie es ist. Ungeduld oder Verzweiflung überzeugen den Wind vermutlich kaum, nur für mich mal eben aufzufrischen. Es ist das erste Mal,  dass ich auf meinen Reisen mit dem Wind in eine Flaute gerate. Ich warte und lasse den Stillstand auf mich wirken. Wir erinnern uns: Gestern war ich von der Kunstinstallation „rasender Stillstand“ auf dem Johannesberg hier her geweht worden. Nun rast hier gar nichts.  Noch nicht einmal der Stillstand.

Ein Lüftchen zieht auf. Noch zu zart für mein Anenometer. Minuten später traut sich eine weitere Brise bis zu meinem Thron. Mein Messgerät schlägt nur schwach aus. Das genügt dennoch, beschließe ich. Meine Seifenblasen schweben seicht Richtung Nordwest. Also liegt in dieser Richtung wenige hundert Meter entfernt mein nächstes Zielgebiet. Es gehtmit dem Fahrrad bergab, wie praktisch. Nach kurzer Zeit rolle ich aus dem Wald kommend auf eine sattgrüne Wiese, die sich in sanften Hügeln in die Unendlichkeit eines sattblauen Himmels öffnet. Mein Herz tut es ebenso.

Jaaaaaaaaaaaa! Ich bin da! Danke Wind!

Später hole ich meinen Transporter und verweile für Stunden bei einem Zweitfrühstück. Satt sehen kann ich mich an diesem liebevollen Gemälde der Natur bis zum Schluss nicht. Sogar die Wanderschilder sind hier malerisch … Sie erinnern vermutlich an alte Zeiten. Ich habe den Eindruck, dass hier schon länger nicht mehr gewandert wird. Seltsam, wo das doch so glücklich machen kann.

Ein Gedanke zu „Die Glückswiese“

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